Eierlage in Mohrweiler

Den ersten Raffer hinderte der Schnee

Johann Marxen und Gustav Heinz

Johann Marxen & Gustav Heinz
gingen Ostermontag, 26. März 1951 an den Start

Ostermontag, 16. April 2001

Dotter als Meterware: Seit 50 Jahren kämpfen bei der Eierlage in Mohrweiler die Raffer gegen die Läufer.

Ob jetzt das Huhn vor dem Ei da war oder umgekehrt, das kann man auch in Mohrweiler nicht mir Sicherheit beantworten. Sicher ist aber, das zeigen die Ergebnisse eines halben Jahrhunderts, dass der Läuferin der Regel vor dem Raffer da war. beziehungsweise fertig, ist.

Denn so überschaubar kurz die gut 50 Meter lange Strecke mit ihren 101 Eiern auch wirkt, wenn der Raffer seine Eier im Trockenen hat, dann eiert auch er ein wenig beim Gehen. Fünf Kilometer, 400 bi bis 600 Meter weniger als de Läufer hat der Sammler hin sich, nachdem er da letzte Ei traditionsgemäß in die freie Natur geschmettert hat.
Das Schicksal über Leben du Tod des 101ten Eies (Ablegen im Korb oder Aufprall an der Wand) ist allerdings davon abhängig, ob der Raffer gewinnt oder nicht. Johann Marxen, 1951 im Alter von 19 Jahren Raffer der ersten Stunde, hatte damals gewonnen: Das letzte Ei habe ich den Giebel des Hauses „Bei Annachen“ geworfen, so habe ich mich gefreut. Er erinnert sich noch genau an die Premiere der Eierlage in Mohrweiler.
In der Nach zum Ostermontag hatte es heftige geschneit, und „das Schlimmste war das Abbremsen im Schnee“. Schließlich durfte keines der Hühnerprodukte bei Ablegen in den Korbe zu Bruch gehen, sonst hätte sein Freund und Läufer, Gustav Heinz, damals 17, gewonnen.
Das Gustav Heinz, entgegen de hohen Gewinnquote bei den Läufern in den darauf folgenden Jahren, in diesen ersten Wettkampf verloren hat, begründet der Sieger Johann Marxen damit, dass Gustav Heinz einfach viel zu lange und vor all viel zu wie gelaufen ist.

Gustav Heinz musste einige Runden durchs Dorf laufen, wie viel, das weiß keiner mehr so genau. „Obwohl“, und das fügt der Raffer im Ruhestand, Johann Marxen, hinzu, „ich hatte auch gut geübt“, zuhause im Garten mit Kartoffeln.

Festgelegt wurde die Laufstrecke von „dem Düsseldorfer“ Herbert Gitsel, dem die Mohrweilerer nicht nur ihre Eierlage verdanken, sondern auch den ersten Festnachtsumzug (Ebenfalls 1951) und den im Jahr zuvor gegründeten Bürgerverein. Der Herbert Gitsel habe in dem kleinen Ort allerhand bewegt, erinnert sich Gustav Heinz, und dass „die Eierlage sich über all die Jahre halten konnte“, damit habe kaum einer gerechnet.

Mit ihren 50 Jahren, die am kommen Ostermontag ab 14 Uhr gefeiert werden, gehört die Eierlage in Mohrweiler zu den ältesten im Kreis. Dass die über 5000 Eier, die bis heute gesammelt wurden, auch wirklich alle roh waren, ist Ehrensache.

Bericht: TV – 12./13. April 2001