Am Ende bleibt die Orgel stumm

31. Juli 2002

Küsterin Maria Schmitt

Sie sorgte 38 Jahre lang auch für den Blumenschmuck im Gotteshaus von Malberg.
Maria Schmitt beendet ihren Küster- und Organistendienst in der Pfarrgemeinde.

 

Eine lange Tradition ist beendet: Nach 38 Jahren Dienstjahren gibt Maria Schmitt den Küsterdienst in der Pfarrkirche St. Qurinus ab. Rund 130 Jahre lang ist der Dienst von der Familie ausgeübt worden.

Sichtlich bewegt erlebt Maria Schmitt das Hochamt am vergangenen Sonntag. Auch alle Christen in der Gemeinde spüren, heute ist ein besonderer Tag. Ein Tag, nach dem vieles anders sein wird in dem Gotteshaus, das seit so vielen Jahren entscheidend mitgeprägt war von der Küsterin und Organistin Maria Schmitt. Spätestens, als nach der Verabschiedung beim Schlusslied die Orgel stumm bleibt, wissen alle Pfarrkinder, jetzt ist die Ära Maria Schmitt beendet.

Mit Liebe zur Sache und innerer Überzeugung habe sie stets ihren Dienst versehen, sagt Maria Schmitt im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es waren wirklich schöne Zeiten, die ich hier erleben durfte. Der Küster- und Organistendienst wird mir sehr fehlen“, gesteht die heute 68-jährige. Nur mit Mühe kann sie die Tränen unterdrücken, die neben der ehrlichen Wehmut sicherlich auch Tränen der Dankbarkeit sind. Sie habe gerne und gut mit all den Menschen zusammen gearbeitet, die sie während der vielen Jahre begleitet haben. „Mit den Geistlichen und Messdienern, aber auch mit den Pfarrgemeinderäten, ist es eine stets fruchtbare und von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Zusammenarbeit gewesen“, resümiert Maria Schmitt.

In seiner Laudatio hebt Dechant Hellinghausen die Verdienste der Küsterin hervor. „Sie waren immer zum Dienst bereit. 38 Jahre lang hindurch hatten Sie kaum einen freien Sonntag. Auch werktags waren Sie immer zur Stelle. Die Kirche war Ihr Haus, in dem Sie als gute Hausmutter für alles sorgten“, bedankte sich Hellinghausen. Der Kirchraum sei immer tipp-top sauber gewesen, oft habe Maria Schmitt mehrmals in der Woche das Gotteshaus geputzt, vor allem im Winter. „Den Küsterdienst zur Vorbereitung der Gottesdienste haben sie gewissenhaft erfüllt. Als Schmückerin waren Sie besorgt, dass die Altäre stets mit exakt gesteckten Blumen verschönert waren. Sie spielten in fast allen Gottesdiensten die Orgel, sie erfüllten den Schließdienst, sorgten für die Verteilung der Pfarrbriefe, zählten die Kollekten und zahlten sie ein“, listete der Geistliche die vielfältigen Tätigkeiten auf. Die Reihe konnte er beliebig fortsetzen. „Und wir, die Pfarrfamilie, sagen Ihnen heute ganz herzlichen Dank für alle Dienste, die sie 38 Jahre lang in Bescheidenheit und Gewissenhaftigkeit getan haben. Sie waren auch ein Glücksfall für den Pastor“, lobte Hellinghausen, der von einem Verlust für die Pfarrgemeinde sprach.

Familientradition seit 1873

Dort geht eben nicht nur die Dienstzeit von Maria Schmitt, die vorher den Namen Klaes trug, zu Ende, sondern auch eine lange Familientradition. Bereits ihr 1841 geborene Urgroßvater Moritz Klaes war von 1873 bis 1903 Küster in der jetzt renovierten Schlosskapelle. Im Jahre 1892, als Kaiser Wilhelm I. seinen 100. Geburtstag feierte, erhielt er von ihm als Auszeichnung die bronzene Erinnerungsmedaille überreicht. Der Großvater Josef Klaes war Küster, Organist und Chorleiter von 1903 bis 1937. Im Krieg verlor er vier Söhne, nach Kriegsende starben seine Frau und drei Töchter. Er selbst wurde 98 Jahre alt und war seinerzeit der älteste Bürger Malbergs und der Verbandsgemeinde Kyllburg. Von 1937 bis 1964 hatte Maria Schmitts Onkel Qurin Klaes den Küster- und Organistendienst übernommen. Unterstützt und vertreten wurde er von seiner Nichte Anni Brantzen.

Auch der Pfarrgemeinderat und die Messdiener bedankten sich bei Maria Schmitt für die anerkennenswerte Leistung zum Wohle der Pfarrgemeinde. „Der Abschied aus dem Dienst fällt mir deshalb besonders schwer, weil im Moment die Nachfolge noch nicht geregelt ist. Ich hoffe aber, dass sich bald jemand in der Gemeinde finden wird, der meine Aufgabe übernimmt“, sagt Maria Schmitt.

Sie sorgte 38 Jahre lang auch für den Blumenschmuck im Gotteshaus: Maria Schmitt beendet ihren Küster- und Organistendienst.

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Sie war ein Glücksfall für die Pfarrgemeinde!

Mit einer Laudatio verabschiedete Dechant Hermann-Josef Hellinghausen Maria Schmitt aus Malberg am 31. Juli 2002 in den wohlverdienten Ruhestand.

38 Jahre war sie in der Pfarrkirche St. Quirinus im kirchlichen Dienst als Küsterin und Organistin tätig.

Während dieser langen Zeit spielte sie die Orgel und war auch für den allgemeinen organisatorischen Ablauf zuständig; den Schließdienst, die Verteilung der Pfarrbriefe und die Kollekten.

Dechant Hellinghausen würdigte sie mit den Worten:

Mit Überzeugung und Liebe hat sie ihren Dienst verrichtet. Sie war eine sehr engagierte Person „in Sachen Kirche“.

Für Maria Schmitt war die Verabschiedung ein bewegender Moment.

Nach dem Hochamt wussten alle Bewohner von Malberg, dies war der letzte „Auftritt“ von unserer Maria und ein Verlust für die Pfarrei.

Quelle: TV - 02. August 2002