Kirchenpatron St. Quirinus

Schon seit dem Mittelalter ist der hl. Quirinus Patron der Malberger Pfarrkirche. Man findet eine Heiligenfigur von ihm im rechten Seitenschiff der Kirche. Dargestellt ist er als römischer Soldat mit einem Habicht und einem Schild. Der Namenstag wird am 30. März oder 30. April gefeiert.

Sankt Quirinus in der Malberger KircheQuirinus trug den Namen des altrömischen Kriegsgottes. In der Zeit von Kaiser Trajan (98-117 n.Chr.) wurde er Soldat und Tribun. Er erhielt die Aufgabe, das römische Staatsgefängnis an der späteren Aurelianischen Mauer vor dem Forum Romanum zu bewachen. Der Legende zufolge waren dort die Apostel Petrus und Paulus gefangen gehalten worden. Zur Zeit des Tribun Quirinus waren im Mamertinischen Kerker auch Papst Alexander I. und Hermes, ein zum Christentum übergetretener Präfekt. Als der Papst plötzlich im Kerker des Hermes erschien, obwohl beide in verschiedenen Zellen untergebracht waren, schwor Quirinus, Christ zu werden, wenn Alexander seine an einem Kropf leidende Tochter Balbina zu heilen vermöge. Als Balbina die Ketten des Petrus küsste, war sie geheilt. Daraufhin ließ sich Quirinus mit ihr und seiner ganzen Familie taufen. Kurz darauf wurde er verraten und gefoltert. Man schnitt ihm die Zunge heraus und hackt Hände und Füße ab. Doch Quirinus blieb standhaft und starb durch Enthauptung wahrscheinlich am 30. März, vielleicht im Jahre 130 n.Chr. Er ist wohl in der Praetextat-Katakombe in Rom beigesetzt worden, wo es eine fragmentarische Inschrift über ihn gibt. In den Kalixtus-Katakomben ist er auch auf einem Fresko dargestellt.

Papst Leo IX. schenkte – einer Legende nach – um 1050 die Reliquien seiner Schwester Gepa, Äbtissin im Kanonissenstift zu Neuß. Quirinus ist der Stadtpatron von Neuß und wird außerdem als Schutzheiliger des Viehs, besonders der Pferde angebetet.

Zusammen mit den Heiligen Hubertus, Kornelius und Antonius dem Einsiedler wird er als einer der vier Marschälle verehrt. Die neun Kugeln, die sich auch im Wappen Malbergs wiederfinden und ein Hinweis auf den heiligen Quirius sind, haben im Laufe der Jahrhunderte viele seltsame Erklärungsversuche vervorgerufen. Doch ist die Deutung ziemlich simpel. Es handelt sich um ein sogenanntes redendes Wappenbild. Die neun (lat. novem) Kugeln, die sich z.B. auch auf den Neußer Münzen wiederfinden, sollen den Heiligen zum Unterschied von den anderen gleichen Namens als den hl. Quirinus von Neuß (lat. Novesium) kenntlich machen.