Sehenswertes
Hopfenhaus
Der bis heute zum Schloss gehörende Garten liegt am Fuß des Schlossberges im Winkel von Tellstraße und Zum Kylltal. Er wird von unverputzten Bruchsteinmauern mit Spitzkamm eingefasst und auf halber Länge durch eine Terrassenmauer quer geteilt; das Zugangs- und die beiden Zufahrtstore flankieren schlichte Steinpfeiler. Das eingeschossige Hopfenhaus selbst steht mit dem Giebel zur Tellstraße in der südöstlichen Gartenhälfte und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Das vom Garten aus zugängliche Untergeschoss diente ursprünglich zur Aufbewahrung von Gerätschaften, das, von der Straße her erschlossene Hauptgeschoss zum Trocknen des Hopfens. Den Luftzutritt ermöglichten kleine, kreisrunde Öffnungen, die auf allen vier Seiten in regelmäßigen Abständen angebracht sind. Tür und Fenster des Hauptgeschosses stammen aus einer späteren Zeit, in der das Haus zum Bewohnen hergerichtet wurde.
Das Haus ist als eines der letzten Dokumente für den umfangreichen Hopfenanbau im Kylltal im 19. und frühen 20. Jahrhundert von besonderer Bedeutung.
Reinheitsgebot
"Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landschaft, dass forthin überall im Fürstentum Bayern sowohl auf dem Lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die keine besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli (29. September) bis Georgi (23. April) eine Maß (bayrische Maß = 1,069 Liter) oder ein Kopf (halbkugelförmiges Geschirr für Flüssigkeiten - nicht ganz eine Maß) Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller (Heller = gewöhnlich ein halber Pfennig) bei Androhung unten angeführter Strafe gegeben und ausgeschenkt werden soll. Wo aber einer nicht Märzen, sondern anderes Bier brauen oder sonstwie haben würde, soll er es keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen.
Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.
Wer diese unsere Androhung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden.
Wo jedoch ein Gastwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer (= enthält ca. 60 Liter) Bier kauft und wieder ausschenkt an das gemeinsame Bauernvolk, soll ihm allein und sonst niemand erlaubt und unverboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken.
Auch soll uns als Landesfürsten vorbehalten sein, für den Fall, dass aus Mangel und Verteuerung des Getreides starke Beschwernis entstünde, nachdem die Jahrgänge, auch die Gegend und die Reifezeiten in unserem Land verschieden sind, zum allgemeinen Nutzen Einschränkungen zu verordnen, wie solches am Schluss über den Fürkauf ausführlich ausgedrückt und gesetzt ist."
Gegeben von Wilhelm IV.
Herzog in Bayern
am Georgitag zu Ingolstadt Anno 1516
Hopfen und dessen Bedeutung für das Bier
Hopfen hat verschiedene Funktionen für das Bier. In erster Linie ist er ein geschmacklicher Träger. Vornehmlich kommt Hopfen zum Einsatz, um eine Grundbittere (als ergänzendes geschmackliches Merkmale zu der Süße und der Säure) zu gewährleisten. In zweiter Linie hat er eine würzende, bzw. aromatisierende Funktion, somit ist es notwendig organoleptisch nach Hopfenbittere (hauptsächlich Geschmack) und Hopfenaroma (hauptsächlich Geruch) zu unterscheiden - beides sind qualitative Merkmale, die nicht miteinander verwechselt werden sollten.
Hopfen weist auch eine Reihe von Polyphenolen auf, die sich als ein adstringierendes (zusammenziehendes, trockenes) Mundgefühl äußern kann.
Verfahrenstechnisch wird es in der Regel während der Kochphase der Bierherstellung eingesetzt. Je früher es zum Einsatz vom Hopfen in der Kochphase kommt, um so mehr wird die Wirkung der Eiweißausfällung, d.h. der Abscheidung von Eiweißstoffen aus der Bierwürze erzielt. Damit wird das spätere Bier biologisch erheblich stabiler, d.h. haltbarer. Zudem wird damit ein besserer Übergang von Bitterstoffen in die Bierwürze ermöglicht.
ndererseits verflüchtigen sich viele Aromastoffe bei einer frühen Zugabe in der Kochphase. Grundsätzlich sollten somit günstigere Bittersorten früher und höherwertigere Aromasorten später in der Kochphase der Bierwürze beigegeben werden.
Die Zentren des Hopfenanbaus waren seit dem 18. Jahrhundert Kyllburg, Malberg und St. Thomas. Das Kloster St. Thomas kann man als dasjenige annehmen, dass den Hopfen an die Kyll brachte. Es hatte eigene Hopfengärten und lebte zeitweilig vom Verkauf des "grünen Goldes", wie aus dem 18. Jahrhundert belegt ist. Der Absatz des Kyll-Hopfens beschränkte sich nicht nur auf die regionalen Märkte Prüm, Bitburg und Trier, Hopfen wurde bis nach Frankfurt und Münster geliefert. Bierbrauer an der Saar, dem Hunsrück, aus Münstereifel oder Euskirchen kauften ihren Hopfen an der Kyll.
Im Bereich Kyllburgs gab es zahlreiche kleinere Brauereien, die mit ihren begehrten Produkten das Umland versorgten. Eine der wohl bekanntesten Brauereien Deutschlands hat ihre Ursprung in Kyllburg - die Bitburger Brauerei.
So entwickelte sich im Laufe der Jahre ein blühendes Geschäft mit dem Hopfen, das vielen Arbeit bot. Nach dem 2. Weltkrieg kam der Hopfenanbeu an der Kyll komplett zum Erliegen, da man nicht mehr gegen die stark Konkurenz aus Bayern bestehen konnte.
Wenn man heute rund um Malberg spazieren geht sieht man noch viele Felder und Terrassen, die früher dem Hopfenbau dienten.




